Aus Europa und Ozeanien: Erklärung in Solidarität mit den streikenden Lehrer_innen in Mexiko

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Spanisches Original / comunicado original en español

Als Kollektive in Europa und Ozeanien fordern wir: Stoppt die Kriminalisierung und gewalttätige Bekämpfung des friedlichen Protests, der den Kampf der Lehrer_innen solidarisch unterstützt!

Wir, die Kollektive, zusammengesetzt aus Menschen Mexikos sowie Menschen aus verschiedenen Orten Europas und Ozeaniens, vereinen und erheben uns angesichts der aktuellen Lage in Mexiko erneut, um vom mexikanischen Staat zu fordern: Stoppt sofort die Gewalt und Angriffe, die der Staat an so vielen verschiedenen Punkten der mexikanischen Geographie gegen berechtigte Lehrer-innen-Bewegungen und friedlich demonstrierende Gruppen richtet.

Zugleich fordern wir vom mexikanischen Staat:
– die Achtung der Menschenrechte,
– die Achtung der Meinungsfreiheit,
– die Achtung der Freiheit, sich im Lande zu bewegen,
– die Achtung der Würde der Lehrerinnen und Lehrer in Mexiko.

Angesichts der letzten Ereignisse in verschiedenen Staaten der mexikanischen Republik, bei denen die Regierung eine systematische Unterdrückung der Bevölkerung ausgeübt hat, ist die Empörung und die Sorge in uns so groß, dass wir nicht still halten können, obwohl wir uns an so vielen verschiedenen und entfernten Orten der Welt befinden.

Wir wenden uns kategorisch gegen die Entlassung von bis zu 19.000 Lehrerinnen und Lehrern, die Bildungsminister Aurelio Nuño auf eine “schwarze Liste” gesetzt hat. Als weiteres Druckmittel, verwendet Nuño den Hinweis, dass er über Ersatzlehrer_innen verfügt, mit denen er diejenigen Lehrerinnen und Lehrer vertreten lassen kann, die weiterhin wegen der Proteste keinen Unterricht erteilen.
Dabei liegt der Grund für die Proteste und der sich daraus ergebenden Arbeitsausfälle beim Staat selbst, denn dieser hat die Lehrerinnen und Lehrer im Stich gelassen und ihre Rechte missachtet.

Wir machen Gabino Cué Menteagudo (Gouverneur von Oaxaca), Aurelio Nuño (mexikanischer Bildungsminister), Miguel Ángel Osorio Chong (mexikanischer Innenminister) und Enrique Peña Nieto (mexikanischer Präsident) für die humanitäre Notsituation verantwortlich, in der sich unsere Compañer@s in Oaxaca nach den Angriffen vom vergangenen Wochenende befinden. Bei den Angriffen gab es mehrere Tote und viele Verletzte. Die genannten Personen sind zudem für die körperliche und psychologische Integrität der Mitglieder der Sektion XXII (der Lehrer_innen-Gewerkschaft CNTE) und der Zivilbevölkerung Oaxacas sowie der aufständischen Lehrerinnen und Lehrer in dem Rest des Landes verantwortlich.

Die Ereignisse vom 26. September 2014 in Iguala, Guerrero sind ein klarer Beweis dafür, wie weit der mexikanische Staat mit der Unterdrückung der Bevölkerung gehen kann. Bis heute haben wir noch keine Antwort auf die Frage nach dem Verbleib der 43 Studenten aus Ayotzinapa – Studenten, die Lehrer werden wollten. Wir können nicht zulassen, dass Ereignisse wie diese unaufhörlich immer wieder vorkommen, dass Straflosigkeit und Ungerechtigkeit über die Wahrheit dominieren, dass die Aufklärung von Straftaten, trotz professioneller, tiefgründiger und unabhängiger Untersuchungen, von der mexikanischen Regierung bedenkenlos und dreist verhindert wird.

Unsere Solidarität und unser absolutes Mitgefühl gilt den Lehrerinnen und Lehrern, die für eine tiefgreifende Verbesserung der Bildung kämpfen. Wir umarmen geschwisterlich all die, die sich für eine kritische Bildung einsetzen. Eine Bildung, die die Wirklichkeit in der heutigen Welt einbezieht und die die kulturelle Vielfalt Mexikos respektiert. Wir zollen Respekt und Bewunderung all denjenigen, die sich dafür einsetzen, ein Land aufzubauen, in dem die Menschen das Bewusstsein und das Interesse haben, die Gesellschaft zu verändern.

Stopp der systematischen Verletzung der Menschenrechte der mexikanischen Bevölkerung!
Für die Verteidigung der öffentlichen, laizistischen, kritischen und qualitativ hochwertigen Bildung!
Für die Verteidigung der Rechte auf Arbeit und auf eine Gewerkschaft! Weg mit korrupten Gewerkschaftsleitungen!
Freiheit für die Lehrer_innen, die noch im Hochsicherheitsgefängnis in Nayarit inhaftiert sind!
Freiheit für alle politischen Gefangenen Mexikos!
Für die 43 Studenten aus Ayotzinapa und für die tausende Vermisste Mexikos!
Für ein politisches Gerichtsverfahren gegen Peña Nieto!

Netzwerk von Kollektiven in Europa und Ozeanien, unterschrieben von:


Mexi-Belga (Belgien)
Activistas Internacionales por México (Baskenland, Katalonien, Frankreich und USA)
Saving México Dutch-Mexican Solidarity (Niederlande)
¡Alerta! Lateinamerika Gruppe Düsseldorf (Deutschland)
Bordamos por la Paz, Paris (Frankreich)
Cochehua-Colectivo Despertar (Schweiz)
Manchester For Ayotzinapa (Großbritannien)
Solidaridad con Ayotiznapa Suecia (Schweden)
Australia in Action for Ayotzinapa (Australien)
Mexican solidarity in Australia (Australien)
Kollektiv Por Ayotzinapa Hamburg (Deutschland)
Collectif Paris-Ayotzinapa (Frankreich)
YA-BASTA-NETZ! (Deutschland)