„Die Zapatistas sind nicht allein!“ – Erklärung anlässlich der Globalen Aktions- und Solidaritätswoche

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An alle Zapatistas:
An die Zapatistas der Gemeinde El Rosario:
An die Eltern und Studenten aus Ayotzinapa, Guerrero:
An La Sexta:
An unsere Compañeros und Compañeras auf der ganzen Welt:
An die unabhängigen Medien:

Düsseldorf, 18. Juli 2015

Compañeros und Compañeras:

Mit Wut und Schmerz haben wir erfahren, dass die Zapatistas der Gemeinde El Rosario, im selbstverwalteten Landkreis San Manuel, am 24. Juni von Paramilitärs bedroht und angegriffen wurden – Paramilitärs, die von der Regierung, der Armee und der Polizei unterstützt werden.

Wir sind besorgt über diese Vorfälle – insbesondere, weil an diesem Sonntag die schlechte Regierung von Chiapas Wahlen abhält, um ihr System aus Ausbeutung und Repression aufrecht zu erhalten, das sie „Demokratie“ nennt. Diese brutale Wahl-Farce bedeutete häufig eine Zeit der Bedrohung und der Angriffe für diejenigen, die von Unten und Links träumen, kämpfen und leben.

Daher wollen wir euch, compañeras und compañeros Zapatistas, heute wie immer sagen: Ihr seid nicht allein! Ihr seid nicht allein mit euren Träumen, die unseren ähnlich sind – ihr seid nicht allein in euren Kämpfen, die sich mit unseren verbinden – ihr seid nicht allein mit eurer Lebendigkeit, die sich in unser Lebendigkeit wiederfindet.

Aus diesem Grund beteiligen wir uns mit hunderten anderen Kollektiven weltweit an der Globalen Aktions- und Solidaritätswoche „Die Zapatistas sind nicht allein!“.

Wir beteiligen uns auch, weil uns immer noch 43 Compañeros, Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa, fehlen. Wir beteiligen uns, weil der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto gemeinsam mit hunderten mexikanischen Soldaten in dieser Woche als Ehrengast an den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Französischen Revolution teilnimmt – eine Revolution, die von Europas Bürgertum als Ursprung der Demokratie und Menschenrechte gefeiert wird. Wir beteiligen uns, weil wir bereits wissen, dass die europäischen Eliten darin keinen Widerspruch sehen. Wir beteiligen uns, weil diese Eliten immer noch mit voller Absicht tausende Menschen im Mittelmeer sterben lassen und den demokratischen Willen der griechischen Bevölkerung missachten, während sie diese zur Rettung ihrer Profite ins Elend stürzt. Wir beteiligen uns, weil auch wir bedroht werden, von immer neuer Überwachung und Kriminalisierung durch unsere schlechte Regierung ebenso wie von Nazis, die unsere Wohn- und Gemeinschaftsorte angreifen, wie es vor einigen Tagen in unserer Nachbarstadt Köln passiert ist.

Mit anderen Worten: Wir beteiligen uns, weil ein Angriff auf euch immer auch ein Angriff auf uns ist. Ihr seid nicht allein!

Eine solidarische Umarmung!
¡Alerta!